Einleitung
Bei unseren Kreidler Motoren handelt es sich um Zweitakter mit einem Zylinder
von 49,9 ccm Hubraum. Beim Zweitaktmotor wird der gesammte Arbeitskreislauf
(Ansaugen, Verdichten, Arbeit und Ausstoßen) innerhalb zweier Takte
oder Kolbenhübe verrichtet. Bereits Nikolaus Otto (1832- 1891 ) hatte
sich um 1860 mit der Entwicklung des Zweitakters beschäftigt, und auch
Carl Benz (1844- 1924) hatte sich zunächst dem Zweitaktmotor
zugewendet.
Im Laufe der Zeit wurde der Zweitakter immer mehr verbessert und hat besonders
durch die von Dr. Schnürle entwickelte Umkerhrspülung einen
entscheidenen Fortschritt gemacht. Kreidler Motoren ab´56 arbeiten nach
dem Prinzip der Schnürle-Umkehrspülung, die Modelle vor ´56
karakteristisch zu erkennen an dem stehendem Zylinder arbeiten nach dem
Steigstromprinzip.
Arbeitsweise
Der Zweitakter kann alle vier Arbeitstakte
(Ansaugen,
Verdichten, Arbeit, Ausstoßen) nur auf zwei Takte reduzieren, weil
er im Gegensatz zum Viertakter auch die Unterseite des Kolbens nutzt. Es
wird dadurch erreicht, das man das Ansaugen von Frischgas einer besonderen
Ladepumpe überträgt, die gleichzeitig das Ausspülen des Zylinders
von verbrannten Gasen unterstützt. Als Ladepumpe wird bei den Kreidler
Motoren, wie auch bei fast allen anderen 50ccm Motoren der gasdicht
abgeschlossene Kurbelraum mit der Unterseite des Kolbens genutzt, um Frischgas
über den Einlaßkanal -E- anzusaugen, vorzuverdichten
(Ladepumpe) und über die Überstömer -Ü- in den
Verbrennungsraum zu befördern.
Der Zweitakter leistet also bei jeder Kurbelwellenumdrehung einmal Arbeit
(ca 30-40% mehr wie ein hubraumgleicher Viertakter). Der Hauptvorteil des
Zweitakter liegt in seinem einfachem Aufbau mit seinen nur drei bewegliche
Teilen, Kurbelwelle, Pleuel und Kolben. Dem gegenüber steht ein
höherer Verbrauch durch Spülverluste.
Spülverfahren
Von entscheidenen
Einlfuß
auf die Leistung und den Kraftstoffverbrauch ist das Spülverfahren.
Unter dem Begriff "Spülvervahren oder Spülung" verstehen
wir die Art des Überstömens der Frischgase in den Zylinder mittels
der Überstömer -Ü- ,das Ausspülen der Restgase durch
den Auslaß -A- und das erneute Aufladen durch Frischgase (sh. Abb.).
Die entwickelten Verfahren sind sehr zahlreich, doch haben sich im Laufe
der Zeit bestimmte Spülverfahren durchgesetzt. Alle Spülverfahren
verfolgen ein Ziel, die Restgase so gut wie möglich auszuspülen,
ohne dabei zu viel Frischgase zu verlieren (Spülverluste). Die ersten
von Kreidler unter Chefkonstukteur Johann Hilber 1950 entwickelten Motoren
arbeiteten nach dem Prinzip der Steigstomspülung , die späteren
Florett Motoren arbeiten nach dem Prinzip der Schnürle
Umkehrspülung.
Umkehrspülung
Dieses von Dr. Adolf Schnürle entwickelte Verfahren
bringt
wesendliche Spülungsverbesserungen des Zweitaktmotor wie die vorher
verwendete Querstromspülung mit Ihren ungünstig geformten Nasenkolben.
Dazu hat der Kolben der Umkehrspülung einen glatte, leicht gewölbten
Boden ( Flachkolben). Damit ist er leichter (oszilierende Masse), hat eine
bessere Gewichtsverteilung und ermöglicht eine bessere Brennraumgestaltung
und höhere Verdichtung.
siehe auch :
Umkehrspülung