Zündanlage Motoplat 35-5/18 W (span.)

Die kontaklose Zündanlage der spanischen Firma Motoplat wurde bei allen Kreidler RS ab Fg.Nr.: 5166555 bis Fg.Nr.: 5167154 verbaut. Also bei gerade einmal 599 Maschinen. Dies hat sicher seinen Grund in der Störanfälligkeit aufgrund der hohen thermischen Belastung. Auch bei einigen VanVeen GS Modellen wurde die Zündanlage verbaut.


Typ

Motoplat

mm v. OT

Abstand

Bemerkung

(Fahrgestellnummern)

RS

35/5-18 Watt

0,95

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ab Fg.Nr.: 5166555 bis Fg.Nr.: 5167154

VanVeen GS/MC

35/5-18 Watt

1,2

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Erneuern von Komponenten:
Bei den Motorplat-Anlagen lassen sich im Schadensfalle nur das Schaltgerät oder die Ankerplatte mit Polrad einzeln tauschen.
Zum Austausch der Ankerplatte die drei  Schlitzschrauben lösen und Ankerplatte abnehmen und zusammen mit Polrad erneuern. Zündeinstellung wie nachfolgend beschrieben vornehmen.

Zündeinstellung:
Motor starten, auf Drehzahl 7000 bringen und Polrad sowie Gehäusemarkierung mit einer Zündpistole anblitzen. Beide Markierungen müssen sich gegenüberstehen. Stimmen die Markierungen nicht überein, ist wie folgt vorzugehen:

Polrad abnehmen und die drei Befestigungsschrauben der Ankerplatte lösen. An der Ankerplatte findet Ihr eine kleine 2mm Bohrung oberhalb dieses Zeichens ¦ <--- ¦ deren Bohrung Ihr euch nun merken solltet. Polrad aufsetzen und geeignete Einstellnadel ( z.b. passende Speiche, wie im Bild oben zurecht biegen lg.= 80mm) durch die 2mm Bohrung des Polrades in die vorgenannte Bohrung der Ankerplatte einführen. Jetzt das Polrad zusammen mit der Ankerplatte so weit verdrehen, dass sich die Zündzeitpunktmarkierungen vom Polrad und Gehäuse gegenüberstehen. Polrad vorsichtig abnehmen, die Ankerplatte darf sich dabei nicht verstellen, Ankerplatte festziehen. Polrad aufsetzen, festziehen und Zündeinstellung mit Zündpistole kontrollieren.

Steckverbindung:
sind so gestaltet, dass sie am Schaltgerät nicht vertauscht werden können.

Reparaturhinweise:
Am Motorplat Zünder können keine Messungen durchgeführt werden. Die Schadensfindung kann nur durch Austausch der Teile erfolgen. Achtung: Polrad und Ankerplatte nur gemeinsam tauschen

Tip´s von Ewald Rosner (OV Österreich)
Sämtliche elektronischen Magnetzündergeneratoren, sei es nun Bosch oder Motoplat haben zwei Dinge gemeinsam: Einen eigenen Generatorteil sowie einen Hoch bzw. Ladespannungsteil für die Zündung! Bosch und Motoplat unterscheiden sich zusätzlich am Stator: Bosch verwendet für die Zündung nur eine 300 Volt Ladespule und einen Induktionsgeber für den Zündzeitpunkt. Motoplat hat hingegen schon einen Teil der Elektronik im Stator integriert und hat stattdessen eine einfachere Zündspule! Bei den älteren ungeregelten Generatoren ergibt sich die Betriebsspannung an der Leistungsspule nur über die ohmsche Belastung der Scheinwerferlampe, umso niederohmiger desto geringer die Spannung! Beispielsweise hat eine 6V 35/35Watt Lampe einen Innenwiderstand von ca. 1 Ohm, somit fließen bei 6Volt ca. 6Ampere durch den geschlossenen Stromkreis, was die Spannung folglich stark niederwürgt! Verwendet man stattdessen eine 12Volt 55/60Watt H4 Lampe, dann liegt der maximale Strom bei 12Volt Brennspannung erst bei 5Ampere, da der Lampeninnenwiderstand bei ca. 2,4 Ohm liegt! Bei den 50er Motoren passierte früher es oft, daß nachträglich eingebaute H4-Lampen bei über 9000 Upm wegen Überspannung sehr schnell in die ewigen Jagdgründe gingen, folglich half nur eine Zusatzbelastung oder ein Referenzregler mit Leistungswiderstand Zenerdiode und Thyristor welcher die oberen Spannungsspitzen kurzschloß und im Widerstand verheitzen ließ. Ca. ab Baujahr 1979 (KTM Sachs 50 RLW) baute Motoplat die neuen Anlagen dem Zeittrend entsprechend mit zusätzlichem Gleichrichter und Regler, die Zweiräder hatten nun ein ordentliches 12 Volt Gleichstromnetz, jedoch die Zündspule blieb damals unverändert! Lediglich die Generatorleistung aus nunmehr in Summe geschalteten Spulen wurde mit 12 Volt 80 Watt angegeben! 80er Kleinmotorräder gab es in Österreich aufgrund konservativer Gesetzeslage keine, somit habe ich mit den 80er Motoplat Lima´s (12Volt 130 Watt) keine praktischen Erfahrungen! Jedoch gehe ich davon aus, daß der Zündungsteil im wesentlichen unverändert blieb. Es gibt aber meines Wissens kleine und größere Bauformen der roten Motoplat-Zündspulen, möglicherweise hat es etwas mit dem Drehzahlbereich der unterschiedlichen Motoren zutun. Ich würde also sagen, die Zündspulen könnte man bedenkenlos untereinander probieren, entweder es funktioniert oder nicht! Zerstören kann man bei diesem Versuch eigentlich nichts!


Eine häufige Störungsursache bei Motoplat Zündanlagen, zerstörte Diode am Geberanker


Kabelführung der Zündanlage

siehe auch : Werkzeuge