Funktionserklärung Bosch MHKZ 35/30 W

Magnet-Hochspannungs-Kondensator-Zündung (MHKZ) Triggerung über Rollengeber.
In Sternausführung

Das Polrad:

Das Polrad ist mit einem Plastoferrit-Magnetband und sechs aufgeklebten Polschuhen ausgestattet. Zur Ansteuerung des Rollengebers haben zwei Polschuhe fahnenartige Fortsätze.
Symmetrische Magnetisierung, d.h. 3 Nordpole und 3 Südpole.

Elektronikbox:

In der Elektronikbox sind die Halbleiterbauteile, der Speicherkondensator und die Zündspule zu einer Baueinheit zusammengefasst und mit Expoxitharz vergossen.
Die Verbindung zur Ankerplatte und zum Abstellschalter erfolgt über einen unverwechselbaren Steckanschluß.

Aufladen des Speicherkondensators:

Bei der Drehung des symmetrischen magnetischen Polrades werden im Ladegeneratoranker 3 positive und 3 negative Spannungshalbwellen induziert. Nach der Gleichrichtung durch die Ladedioden D1 + D2 laden nur die drei positiven Halbwellen der Ladespannung einen 1.3 Mikrofarad Speicherkondensator auf ca. 350 V.

Ansteuerung des Thyristors:

Beim Vorbeilaufen der Polschuhfahnen wird in der Spule des Rollengebers eine Wechselspannung induziert. Erreicht diese Steuerspannung die erforderliche Höhe, schaltet sie dem Thysistor in den leitenden Zustand. Die Ansteuerung erfolgt nur mit der positiven Halbwelle, während die negative durch eine Diode blockiert wird.

Zünden:

Über die jetzt leitende Strecke A ---> B des Thyristors entlädt sich die Energie des Speicherkondensators. Der durch die Entladung hervorgerufende Stromanstieg induziert in der Sekundärwicklung die zum Zünden benötigte Hochspannung.

Eigenverstellung des Zündzeitpunktes:

Das beschriebene Zündsystem vereinigt zwei sich überlagernde Erscheinungen der Zündzeitpunkt-Verstellung. Im Drehzahlbereich von 0- ca. 1200 U/min wird eine Verstellung des Zündzeitpunktes um etwa 2 Grad KW nach früh dadurch bewirkt, dass mit steigender Drehzahl die zur Zündung erforderliche Steuerspannung (UT) des Thyristors früher erreicht wird.

Dieser Frühverstellung überlagert sich mit der zunehmenden Winkelgeschwindigkeit der Einfluß der Induktivität der Geberspule.
Sie bewirkt eine Phasenverschiebung der induzierten Spannungsimpulse und damit eine leichte Spätverstellung des Zündzeitpunktes.

Rücklaufsicherheit:


Wie aus obiger Abbildung zu ersehen ist, wird der Thyristor in verkehrter Drehrichtung zwar angesteuert und ein Zündfunken erzeugt, doch der Zündzeitpunkt Zp2 liegt gegenüber Zp1 um den Winkel x (ca. 15 Grad) verschoben. Bezogen auf O.T. liegt der Zündzeitpunkt Zp2 um x + VZ nach O.T. Der Zündfunke kommt also in einem Zeitpunkt, in dem die Kolbenstellung einen Rücklauf des Motors nicht mehr ermöglicht.