Einführung

Die Wechselstomanlage

Wechselstrom-Lichtmaschinen sind verhältnismäßig einfache Geräte. Sie sind daher relativ betriebssicher und erfordern nur geringe Wartung. Ihre Leistungsfähigkeit ist jedoch begrenzt., reicht für Kleinkrafträder allerdings vollkommen aus.

Aufbau der Wechselstromlichtmaschine:

Bei diesen Maschinen sind Schwungscheibe, Lichtmaschine und Magnetzünder in einfachster Weise miteinander vereinigt. Der umlaufende Teil bildet zugleich das Motor-Schwungrad/Gebläserad. Der Läufer ist als Polrad ausgebildet, d.h. im Innern sind Polschuhe und dazwischen dieselbe Anzahl Dauermagnete angeordnet. Die Ankerplatte ist am Motorgehäuse festgeschraubt. Auf ihr sind die verschiedenen Spulen für die Licht- und Zündstomerzeugung befestigt. Außerdem trägt sie die notwendigen Einrichtungen für die Zündung. Alle diese Teile stehen fest. Die Wicklungen der Spulen sitzen auf laminierten Eisenkernen, deren Enden als Polschuhe ausgebildet sind.

Erzeugen des Wechselstromes:

Der Wechselstrom wird durch Schneiden von magnetischen Feldlinien erzeugt. Der Anker mit den Wicklungen steht still und das Magnetfeld führt eine Drehbewegung aus. Dadurch ergibt sich der Vorteil, daß der Induktionsstrom von einem feststehendem Teil (der Ankerplatte) abgenommen werden kann. Da die Frequenz des Wechselstromes von der Polzahl und der Drehzahl abhängig ist. Von der Drehzahl ist aber auch die Spannung abhängig. Bei den verschiedenen Betriebsdrehzahlen des Motors würde daher die Spannung stark schwanken und die Helligkeit der Scheinwerfer beeinträchtigen, wenn sich die Spannung nicht selbsttätig regulieren würde. Das erfolgt durch die Selbstinduktion in der Lichtmaschinenwicklung, die infolge der höheren Drehzahl zunimmt, weil ebenfalls die Frequenz des Stromes erhöht wird. Die Selbstinduktionspannung ist aber der erzeugenden Spannung entgegengerichtet. Ferner überlagert das durch die Selbstinduktion entstandene Feld das des Magneten. Es bildet sich wie beim Zündanker ein resultierendes Feld, dessen Wirkung bei steigender Drehzahl nachläßt. Diese Rückwirkung des Ankerfeldes auf das Magnetfeld und die Drosselwirkung durch die Selbstinduktion sorgen  also dafür, dass die Spannung auch bei höchsten Drehzahlen einen bestimmten Wert nicht überschreiten kann. Voraussetzung ist allerdings, dass ein entsprechender Strom in der Lichtmaschinenwicklung fließt. Fällt die Belastung aus, so steigt die Spannung stark an. (deshalb werden auch sehr hohe Werte bist zu 60 V gemessen).

Wirkungsweise des Schwungmagnetzünders:

Steht der eine Polschuh des Ankers dem kurzen Magnetpolschuh gegenüber, so geht das gesamte Kraftlinienfeld über den Anker nach dem von dessen zweiten Polschuh gedeckten Ende des langen Magnetpolschuhes. Hier teilt sich der Fluß. Der größte Teil geht über das Ende des langen Magnetpolschuhes nach dem dem Zündanker gegenüberliegenden inneren Magneten und damit zum Ausgangpolschuh zurück. Der kleinere Teil des Flusses geht wegen des längeren Weges außen herum, über den langen Polschuh, den äußeren Magneten und dann ebenfalls wieder zum kurzen Polschuh zurück. Trotz der Teilung geht also durch den Zündanker doch der gesamte Feldlinienfluß. Nimmt man nun an, dass der Unterbrecher (Kontakt)  in dieser Stellung des Magneten geöffnet ist, so fließt in der Primärwicklung des Ankers kein Strom. Hat sich der Schwungmagnet aber um einen dem Ankerpolschuh entsprechenden Winkel gedreht und in diesem Augenblick den Unterbrecher geschlossen, so entsteht ein Stromfluß mit dem Aufbau des Ankerfeldes und dessen Vereinigung mit dessen Magnetfeld zum resultierenden Gesamtfeld. Bei weiterer Drehung öffnet der Unterbrecher  im Augenblick des Abrisses, und in der Sekundärwicklung entsteht die hohe Zündspannung. Da der Schwungmagnet auf der Kurbelwelle sitzt und mit Motordrehzahl umläuft, entsteht auch bei jeder Kurbelwellenumdrehung ein Zündfunke. Schwunglichtmagnetzünder lassen sich mit einer Kurzschlußvorrichtung versehen, die parallel  zum Unterbrecher geschaltet wird. Sie sollte allerdings nur zum vollständigen Stillsetzen des Motors verwendet werden. Wird die Zündung vor dem Stillstand des Motors wieder eingeschaltet, so kann die träge Schwungmasse durch den wieder einsetzenden Motor eine so starke und plötzliche Beschleunigung erfahren, daß Schäden an der Kurbelwelle und Schwungmasse auftreten können. (Abscheren des Keiles oder Ausschlagen der Keilnut).

Der Funklöschkondensator:

Der Kondensator soll den Funken am Unterbrecher unterdrücken, ein beschädigter Kondensator kann an Funkenbildung zwischen den Kontaktflächen erkannt werden. Dies führt zu einem erhöhten Verschleiß der Kontakte und somit zu Verlust an Motorleistung. Schlimmstenfalls kann der Motor beschädigt werden.